Atemschutzeinsätze heute

Für den Einheitsführer im Atemschutzeinsatz ist es zur Gewohnheit geworden, die Atemschutzüberwachung nicht mehr selbst durchzuführen. Er ist durch diese Delegation jedoch nicht mehr in der Lage, zu jeder Zeit seine eingesetzten Trupps zu führen.



Die Probleme auf den Punkt gebracht:

Delegation der Überwachung

Der Einheitsführer trägt im Atemschutzeinsatz die Verantwortung. Auch für die Atemschutzüberwachung. Er muss aber delegieren, da er mit den bisherigen Systemen die Überwachung nicht selbst durchzuführen kann. Alle Atemschutzunfälle ereigneten sich in der delegierten Atemschutzüberwachung, welche in fast jedem Fall überfordert war.

Aber: Er bleibt der Verantwortliche.

Im Einsatz mit Doppelfunktion

Bei den meisten Feuerwehren wird die Atemschutzüberwachung in Doppelfunktion durchgeführt. Dies führt bei stressigen Situationen wie dem Einsatzbeginn oder Notfällen schnell zu Überlastungen und damit zu Fehlern.

Aber: Fehler gehen zu Lasten der Sicherheit der eigesetzten Atemschutztrupps

 

Aufwendige Druckabfragen

Die FwDV 7 verlangt ausdrücklich keine Kontrolle der Zwischendrücke.
Denn: Es gibt nur einen, der seinen Druck wirklich kennt. Den Trupp. Man muss ihn nur daran erinnern, seinen Druck zu kontrollieren.

Und: Technische Prognosen bleiben nur Prognosen.

Belastung des Funkverkehrs

Durch den Funkverkehr des Einheitsführers mit dem Trupp und dem Überwacher entsteht eine Dreieck-Kommunikation. Meist kommuniziert die Atemschutzüberwachung sogar direkt mit dem Trupp. Dem Einheitsführer können hier wichtige Informationen entgehen.


Gefährlicher Zeitverzug bei Mayday

Alle Daten zum Trupp sind heute nicht beim verantwortlichen Einheitsführer, sondern räumlich getrennt beim Überwacher. Es benötigt Zeit, diese Daten zur Entscheidung heranzuziehen.
Aber wie? Über Funk? Bei einem „Mayday“? Da gibt es wichtigeres.

Denn: Es darf keine wertvolle Zeit für die Informationsbeschaffung zu den Einsatzdaten verschwendet werden.